erfolgreich flirten
Was Sie schon immer über Flirt, Liebe, Sex und Partnerschaft hätten wissen müssen ...


Die Aufmerksamkeitsphase: Der erste Eindruck

Der Sender konnte sich bis jetzt zwar darüber im klaren sein, dass er gesehen wird, dass ihm aber noch keine gezielte Aufmerksamkeit irgendeiner Person zuteil geworden ist. Ähnliche Verhältnisse liegen beim Empfänger vor - nach einer ersten Abschätzungsphase wird er dazu übergehen, direkte und spezifischere Informationen zu gewinnen. Dabei wird der Empfänger vor allem Informationen einholen, die für seine besonderen Ziele wichtig sind.

Vorübergehende Stimmungen beeinflussen die Entscheidungsfähigkeit in der Partnerwahl beträchtlich. Eine eher traurig gestimmte Person wählt nach einem globalen Eindruck, den die andere Person auf sie macht. Glücklich gestimmte Leute dagegen vergleichen die Einzelmerkmale der Personen, die sie als Partner wählen. Bedrückte Personen entscheiden sich auch schneller, da sie nur nach spezifischen Informationen suchen.

Viele Informationen werden insbesondere dann gesammelt, wenn der Attraktivitätsunterschied zwischen den beiden Alternativen sichtlich gering ist und keine der Alternativen dominant ist. Darüber hinaus wird mehr Information gesammelt, wenn beide Alternativen sehr unattraktiv sind.

Welche Körperregionen werden von Frauen und Männern gegenseitig fixiert um zu einer ersten Einschätzung zu kommen? Männer werden von Frauen eher im Gesicht betrachtet, während Frauen von Männern länger am Körper betrachtet: Frauen suchen zuerst Blickkontakt, Männer dagegen tasten mit ihren Augen hauptsächlich die Figur ab. Um diesen ersten Eindruck zu gewinnen, benötigen wir nur wenige Sekunden.

Danach erfolgt die vorsichtige Annäherung. Dabei wendet meist der Mann der Frau seinen Körper zu, wobei er es jedoch vermeidet sie anzustarren. Stattdessen lässt er seinen Blick in ihrer Richtung umherschweifen. Kommt es zu einem Blickkontakt, so wird dieser schnell wieder abgebrochen, gleichzeitig lässt sich oft ein zweideutiges Lächeln beobachten. Wir bewegen den Kopf ruckartig nach hinten bzw. zur Seite, Diese Bewegungen werden oft von einer Selbstberührung (Automanipulation) begleitet, etwa Kleidung oder Haare richten, sich strecken.

Mit wachsender Nähe zu der begehrten Person wächst die Anzahl der Automanipulationen. Kratzen, Gesichtsberührung, Spielen im Haar treten auf. All diese Bewegungen können dem anderen als Hinweis dafür dienen, dass seine Gegenwart einen gewissen Einfluss auf ihn ausübt.

Das Kennzeichnende an dieser Phase ist die Zweideutigkeit. Annäherungsversuche gehen mit Zögern einher. Diese Art der Ambivalenz drückt sich beispielsweise beim Lächeln mit gleichzeitiger Blickvermeidung aus.

Am Anfang steht also das Aufmerksamkeit-Schenken, bei dem unspezifische Erregung am Verhalten sichtbar wird.. Hier spielt das Verhalten (die Reaktion) der Zielperson aber noch keinerlei Rolle. Es gibt aber hierbei zwei unterschiedliche Arten von Situationen bzw. äußere Bedingungen, unter denen eine Beziehung begonnen wird.

"Offene" Situationen sind durch Fremdheit gekennzeichnet. Beispiele sind Bars, flüchtige Bürobekanntschaften, die Person in der U-Bahn usw. Diese Situation zeichnet sich durch eine völlig freie Entscheidungssphäre aus - jeder kann sich annähern, wenn er will, muss aber mit den wenigen Informationen, die er bis jetzt erhalten hat, auskommen. Dies sind die Situationen, in denen Flirts am seltensten vorkommen.

"Geschlossene" Situationen hingegen sind solche, in denen Männer und Frauen gezwungen sind zu interagieren, also in Schulklassen, am Arbeitsplatz usw. Der Arbeitsplatz bietet sich geradezu als natürliche Umgebung an, in der romantische Beziehungen geknüpft werden. Hoher Bekanntheitsgrad und das Teilen von gleichen Werten und Interessen erzeugen am Arbeitsplatz positive Gefühle. Dazu kommt, dass eine permanente räumliche Nähe vorhanden ist, die ein primärer Faktor für Anziehungskraft ist. Dennoch muss man sagen, dass Bürobeziehungen häufig negativ für die Frau ausgehen, vielleicht auch weil diese Beziehungen häufig statusgebunden sind.

Tatsache ist, dass man in "geschlossenen" Situationen auf jemand durch dessen Charaktereigenschaften aufmerksam werden kann, den man in einer "offenen" Situation nicht bemerken könnte, da seine wenig ansprechenden äußeren Merkmale eine Kontaktaufnahme erst gar nicht hätten zustande kommen lassen.

Der erste Eindruck lässt sich nur in den wenigsten Fällen wirklich verbergen und wird dem Gegenüber sofort übermittelt. Der wiederum vermittelt ebenfalls seinen ersten Eindruck, nimmt aber gleichzeitig den ihm entgegengebrachten Eindruck wahr. In diesem ersten Eindruck wird das Interesse des anderen wahrgenommen, weshalb nun Entscheidungen notwendig werden.

Wir können uns an diesem Punkt bereits ein genaues Bild vom "Partnermarktwert" des anderen machen: Wir haben Statussignale gesehen, die Attraktivität beurteilt, dessen reproduktiven Zustand und die Gruppenzugehörigkeit des anderen ermittelt. Wir selbst haben mit unserer eigenen Entscheidung, in welche Verkleidung wir uns gezwängt haben und welche nicht-sprachlichen Signale wir während des ungerichteten Werbens gesendet haben, auch gezeigt, wie wir uns in Zukunft verhalten werden.

Sexuelle Erreichbarkeit und mögliche Keuschheit werden durch bestimmte Kleidung und die Darstellung sexueller Reize vom Signalempfänger erfasst und abgewogen.

Der Signalempfänger steht aber jetzt vor fast unlösbaren Problemen. Wie kann er nun Tendenzen zur Manipulation und den Wahrheitsgehalt der empfangenen Information abschätzen? Er ist gezwungen, in direkten Kontakt zu treten und zu überprüfen, ob sein erster Eindruck auch standhält: Er muss sein Interesse offenbaren.

Nächste Seite