Flirt Risiken
Was Sie schon immer über Flirt, Liebe, Sex und Partnerschaft hätten wissen müssen ...


Risiken beim Flirt

Beide Geschlechter haben in der Paarfindung eine identische Ausgangsposition. Sie verfolgen beide das Ziel, einen optimalen Partner zu finden.

Ziele können sich auch im Verlauf der Interaktion ändern, so zum Beispiel von einer freundlichen Kontaktaufnahme bis hin zu sexuellem Interesse. Bei der Partnersuche zeigt sich uns ein weites Spektrum an verschiedenen Zielen, die dem oberstem Ziel, der Reproduktion untergeordnet sind. Als logische Konsequenz finden wir auf der nächsten Ebene den Wunsch nach Sex und den nach einem Aufbau von konstanten Beziehungen. Geschlechtsspezifisch zeigen sich Unterschiede, da Männer mehr betonen, "sie wollten nur Spass und Vergnügen" haben, während Frauen eher feste Partnerschaften und Eheabsichten verfolgen. Das gemeinsame Ziel ist jedoch die Auswahl einer Zielperson des anderen Geschlechts.

Nach der ersten Phase der Selbstdarstellung und des ungerichteten Informationssendens und -sammelns folgt dann eine Phase der gerichteten Annäherung sowie die Notwendigkeit, die Aufmerksamkeit des Partners auf sich zu lenken. Die nächste Phase bezeichnet man in der Regel als "Flirt". Der Begriff "Flirt" bezieht sich auf anfängliche Interaktionen innerhalb einer Begegnung, die eine Botschaft des Interesses oder der gegenseitigen Anziehung übermitteln soll.

Flirtverhalten ist jedenfalls ein Werbeverhalten, das exklusiv Frauen und Männer zueinander zeigen. Aber was unterscheidet nun eine Flirtsituation von anderen "normalen Interaktionen"? Längerer Blickkontakt und ein Lächeln sind nicht nur auf den Flirt beschränkt, deshalb muss der Empfänger eines Signals entscheiden, ob das Signal eine Botschaft von Interesse oder Anziehung beinhaltet und aus keinem anderen Grund gesendet wird. Ein Merkmal zur Unterscheidung ist z.B. die notwendige Anstrengung oder der Aufwand der getrieben wird. Kontaktaufnahmen die einige Anstrengung erfordern, werden eher als Flirt angesehen. Auch der Ort spielt eine Rolle: Interaktionen in einer Bar werden eher als Flirt interpretiert als in einem Restaurant. Es gibt also mehrere Variablen die beim flirt eine Rolle spielen.

Man kann zwar flirten, ohne ein sexuelles Ziel zu verfolgen. Aber Sex ist nicht unbedeutend für den Flirt, denn er gibt dem Flirt seine Zieldefinition. Das Ziel ist jedoch nicht Sex an sich, sondern dass man dem Partner einen Wunsch nach (sexueller) Intimität mitteilt. Das Vergnügen im Flirt kann durchaus daraus entstehen, dass man Vergnügen empfindet, wenn eine andere Person Interesse an einem zeigt, und dass die Person sich dabei anstrengt. Man kann mit einem Flirt zwar die unterschiedlichsten Ziele verfolgen, dennoch wird der Flirt durch sein sexuelles Ziel definiert und ist deshalb attraktiv.

Flirtverhalten kann selbstbelohnend sein, es kann Vergnügen bereiten. Ein wesentliches Charakteristikum des Flirtverhaltens ist, dass der Flirter seine Ziele verschleiert. Die Kontaktaufnahme und damit der Flirt sind "Grauzonen" des Verhaltens, die zunächst zweideutig und unverbindlich sind. Flirt zeichnet sich dadurch aus, dass er Interesse signalisiert, ohne eine Verpflichtung einzugehen.

Die Zweideutigkeit hat aber auch noch andere Gründe: Flirt und Kontaktaufnahme sind auch Gefahrenzonen. Denn bereits jetzt müssen die möglichen Tendenzen des Partners abgeschätzt werden. Deshalb wird nach der Kontaktaufnahme die Ausforschung des möglichen Partners zum Hauptthema, vor allem um möglichen Betrug zu vermeiden. Gleichzeitig mit der Vermeidung von Betrug muss aber auch Koordination erreicht werden, d.h. die Handlungen der Partner müssen angeglichen und zeitlich abgestimmt sein. Dazu gehört auch die Aufrechterhaltung von Nähe und Aufmerksamkeit.

Männer sind jedenfalls weniger diskriminierend bei der Wahl eines Sexualpartners, sondern mehr damit beschäftigt und begieriger darauf, Sex als Teil einer Interaktion einzubauen. Sie drängen auf schnelle Entscheidungen, da sie einem Wettbewerb ausgesetzt sind; Täuschungsmanöver und Zwang spielen deshalb für sie eine nicht unwichtige Rolle.

Frauen dagegen meiden dagegen eher zufällige, unausgewählte Kopulationen, denn sie wollen ihr Investment nicht gefährden. Sie tendieren dazu mögliche Partner gut auszutesten und langfristige Beziehungen zu einem investierenden Partner aufzubauen. Frauen sind deshalb das Objekt des sexuellen Wettbewerbs unter Männern, und sie haben darum auch die besseren Möglichkeiten der Wahl. Umgekehrt müssen Männer um sexuellen Erfolg zu haben, deshalb oft weibliche Barrieren des Zögerns und des Widerstands durchbrechen.

Diese Entscheidungskonflikte zwischen schneller (männlicher) Annäherung und einer langen (weiblichen) Informationssammelphase lassen die Annahme der Möglichkeit einer "Liebe auf den ersten Blick" eher unwahrscheinlich erscheinen.

Das Finden eines Partners hängt also davon ab, wie und welche Informationen zu welchem Zeitpunkt vorhanden ist. Diese Information muss verarbeitet werden und nutzbringend (kostenvermeidend) anwendbar sein. Partnerfindung benötigt also intelligente Signalverarbeitung. Der Ursprung der Intelligenz liegt daher tatsächlich in der Notwendigkeit die innerhalb des sozialen Alltags auftretenden Probleme zu lösen. Probleme entstehen daraus, dass Menschen Ziele verfolgen und dass diese Ziele nicht immer von anderen Menschen geteilt werden. Dieser Zielkonflikt ist ein zentrales Thema in der Partnerwahl. Die Funktion der Intelligenz ist es deshalb, andere zu manipulieren und sie mit Informationen zu versorgen, die sie schliesslich veranlassen, ganz bestimmte Dinge zu tun.

Prinzipiell stehen drei Wege zur Lösung sozialer Probleme zur Verfügung: Man kann das Ziel aufgeben, Gewalt anwenden um die Verhaltensblockade des anderen zu entfernen, oder man kann versuchen, die Blockade zu umgehen bzw. ihr auszuweichen. Darin finden wir vielleicht die Hauptfunktion der Intelligenz: Man kann versuchen, von vornherein so zu handeln, dass die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Blockade beim anderen möglichst klein gehalten wird. Dazu ist es notwendig Vorhersagen über den möglichen Ausgang einer Situation treffen zu können, die möglichen Reaktionen des anderen auf mein jeweiliges Verhalten durchzudenken und einschätzen zu können.

Flirt ist ein Paradefall für ein soziales Problem. Aufgrund der unterschiedichen Investitionen von Mann und Frau müssen von den Frauen viele Verhaltensblockaden geschaffen werden, und auf der anderen Seite werden findige (männliche) Gehirne viele Umwege finden. Es gibt eigentlich keine Regeln - jedes Verhalten ist möglich, solange es Erfolg bringt oder Verhaltensblockaden vermeidet oder aus dem Weg räumt. Ein Individuum muss im Flirt in der Lage sein, zu entscheiden, wann und wo welches Verhalten das "richtige" ist.

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