Partnermarktwert und Heiratsmarkttheorie
Was Sie schon immer über Flirt, Liebe, Sex und Partnerschaft hätten wissen müssen ...


Partnermarktwert: Heiratsmarkttheorie

Die während der Evolution ausgebildeten Geschlechtsunterschiede bei den Partner-Wahlkriterien prägen das Wahlverhalten von Männern und Frauen auch in unserer modernen Massengesellschaft. Unsere Methoden der Empfängnisverhütung haben - ebenso wenig wie die Emanzipation der Frau - die grundlegenden Verhaltensmuster der Menschen bei der Partnerwahl verändert. Wir zeugen nach wie vor Kinder, deshalb sind die Bereitschaft und Fähigkeit in den Nachwuchs zu investieren nach wie vor wichtige Kriterien bei der Partnerwahl. Natürlich gibt es heute eine größere Bandbreite und Häufigkeit an Beziehungen zwischen Mann und Frau, die vordergründig nicht mit Kinderwunsch und der Versorgung der Kinder gekoppelt sind. Aber selbst bei kurzfristig angelegten Lebensabschnitt-Partnerschaften ("Vergnügungs-Partnerschaften") wählt man die Person des anderen Geschlechts unbewusst nach den im Laufe der Evolution entstandenen Kriterien wie Attraktivität und Status aus. Wir merken es nur nicht. Und wenn wir den Zugang zu Ressourcen nicht unbedingt für das Großziehen von Kindern benötigen, so sind diese Ressourcen zumindest ebenso erstrebenswert um Gebrauchs- und Luxusgüter der Konsumgesellschaft zu erlangen. Soziale Sicherheit oder Wohlstand sind unverändert durch selektive Partner suche erreichbar. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, weil die Ressourcen leider (immer weniger) gleich verteilt sind.

Deshalb bevorzugen Frauen weiterhin Männer mit höherem Status. Frauen bevorzugen ältere Männer und Männer die größer sind als sie selbst (während Männer sich meist Frauen wünschen, die kleiner sind als sie selbst). Und je höher das Einkommen der Frau ist, desto intelligenter hat ihr Wunschpartner zu sein. Personen die glauben, dass sie selbst attraktiv sind, suchen sich eher attraktivere Partner aus. Man kennt seinen Partnermarktwert einfach. Das führt sogar dazu, dass Männer nach der Attraktivität ihrer weiblichen Begleitung beurteilt werden: Männer mit attraktiven Frauen werden positiv und als erfolgreich bewertet, während Männer mit unattraktiven Frauen als "Versager" angesehen werde. Ob einem das nun gefällt oder nicht, es ist eine Tatsache.

Die Einschätzung des eigenen Partnermarktwertes spielt jedenfalls bei der Partnerwahl die Hauptrolle. Das gilt für die Wahrnehmung von Status durch Frauen ebenso wie für die Wahrnehmung von Attraktivität durch Männer.

Durchschnittlich haben "attraktive" Männer in den Augen der Frauen folgende Qualitäten: Sie sind emotional warm, haben einen hohen Status, sie sind gesund und dominant. Anders stellen sich "attraktive" Frauen in den Augen der Männer dar: sie sind emotional warm, attraktive und körperlich anziehende Frauen, gesund und häuslich.

Beide Geschlechter modifizieren dieses Portrait jedoch mit ihrem Status: Ein Mann mit hohem Status (bzw. Einkommen) favorisiert Frauen die attraktiv, sexy, submissiv, eine aufregende Persönlichkeit und ansonsten konservativ sind. Männer mit geringerem Status (bzw. Einkommen) bevorzugen Nettigkeit, Verträglichkeit, Gesundheit, Häuslichkeit und Kinderwunsch. Auch sind sie eher dominanten Frauen zugeneigt. Männer mit hohem Status suchen sogenannte "Fun-Partner", während Männer mit geringem Status eher Wert auf Beziehungsfaktoren legen.

Frauen mit hohem Status suchen Männer, die auch einen hohen Status besitzen, künstlerisch-intelligent sind, keinen Kinderwunsch haben, eine aufregende Persönlichkeit darstellen und politisch eher konservativ sind. Umgekehrt favorisieren Frauen mit niedrigem Status den Kinderwunsch bei Männern und deren Nettigkeit.

Diese Wunschbilder entsprechen den Stereotypen, die man allgemein kennt, und sind daher nicht überraschend. Überraschend ist jedoch, dass sich trotz andauernder kultureller Veränderung (insbesondere auch in der globalisierten Informationsgesellschaft) diese Stereotypen als erstaunlich widerstandsfähig gegen Veränderungen erweisen.

Wir kennen nun die Partnerwünsche von Mann und Frau. Damit ausgerüstet, können wir uns nun die Signale ansehen, die wir (entsprechend den Wünschen des anderen Geschlechts) aussenden um die Aufmerksamkeit von potentiellen Partnern zu erregen.

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