Sexuelle Attraktivität
Was Sie schon immer über Flirt, Liebe, Sex und Partnerschaft hätten wissen müssen ...


Sexuelle Attraktivität und die Sexökonomie

Die Existenz von Wahlkriterien erlaubt männliches und weibliches Verhalten bei der aktuellen Partnerwahl vorherzusagen. Falls ein Individuum mit einer anderen Person Sex hat, deren sexuelle Attraktivität unterhalb der eigenen liegt, dann würde dieses Individuum der anderen Person sozusagen einen "Gefallen" erweisen. Folglich müsste es aber dann theoretisch nur Sex zwischen sexuell gleich attraktiven Personen geben. Dasselbe wüde natürlich nicht nur für sexuellen Verkehr gelten, sondern auch für den Heiratsmarkt allgemein.

Ein durchschnittlicher Mann müsste also glauben, dass ihm eine attraktivere Frau einen Gefallen erweist, wenn sie mit ihm kopuliert. Es gibt einen Punkt, an dem dann keine Frau mehr einen Vorteil aus Sex mit einem Mann der entsprechenden sexuellen Attraktivität ziehen kann. Diese Männer müssten dann theoretisch eine Vorleistung fur Sex erbringen oder zur Gewalt greifen.

Diese Überlegung ist zwar nur eine Vereinfachung, aber sie zeigt, dass die einfache Anzahl der zur Verfügung stehenden Partner eine kritische Schwelle für die Entwicklung von Verhaltensstrategien darstellen kann. Wenngleich eine direkte Bezahlung nur unter bestimmten Bedingungen einen Mann für eine Frau sexuell attraktiv macht,etwa bei den kürzerfristigen Beziehungen mit Servicegirls im Urlaub, so hat eine Bezahlung in der Währung "emotionale Zugeständnisse" oft den gleichen Effekt. Die durchschnittliche Frau muss Vorleistungen vom durchschnittlichen Mann verlangen, um ihre "Kosten" auszugleichen. Das an Sex gebundene "Vergnügen" ist deshalb kein Entscheidungsfaktor in der Sexökonomie. Als Faktor zählt ausschließlich der Wertvergleich und die zu erbringenden Vorleistungen. Dieser ökonomische Vergleich schließt nicht aus, dass natürlich auch Liebe dabei eine Rolle spielen kann, was aber die Aussagekraft dieses Modells in keiner Weise schmälert.

Offenkundig gibt es eine geringe Anzahl von begehrten Männern, die relativ schnell vergeben sind. Der Rest der Männer liegt weit unter dem Partnermarktwert der Frauen. Um die Differenz im Partnermarktwert auszugleichen, müssen diese Männer Vorleistungen oder höhere Leistungen erbringen als andere.

Wer von wem als Sexobjekt betrachtet wird, hängt in erster Linie von dessen eigener Stellung in der Verteilung der sexuellen Attraktivität ab. Die meisten Frauen sind bis zu einem gewissen Grad Sexobjekte für die meisten Männer. Aber nur wenige Männer sind Sexobjekte für die meisten Frauen. Dieses Ungleichgewicht ändert sich jedoch zunehmend unter den heutigen Bedingungen unserer Konsum- und Spaßgesellschaft.

Dennoch dominieren noch immer nackte Frauen die Werbung, Sex ist der Motor der Verkaufszahlen. Pornographie und die Darstellung von weiblicher Nacktheit hat aber nichts mit Gewalt gegen Frauen in einer von Männern dominierten Gesellschaft zu tun. Die Darstellung von naked girls hat in unserer Kultur aber auch in anderen Kulturen und Epochen eine lange Geschichte, sie ist ein Teil unserer Kultur und der sozialen Verhältnisse. Der Konsum von Pornos hat jedenfalls nichts mit männlicher Aggression zu tun (wie das von einigen Feministinnen behauptet wurde), sondern ist ein Anzeichen für den Verlust der sozialen Kontrolle und fortschreitendem Individualismus in unserer Gesellschaft.

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