Das erste Lächeln
Was Sie schon immer über Flirt, Liebe, Sex und Partnerschaft hätten wissen müssen ...


Das erste Lächeln

Nach der anfänglich ungezielten Werbephase (Signale aussenden) muss das Verhalten nun direkt auf die Zielperson ausgerichtet werden. Dabei ist die Blickkontaktaufnahme der wichtigste erste Entscheidungspunkt im Verhalten, denn dabei kann tatsächlich bereits eine Entscheidung fallen. So betrachtet, ist die notwendige Blickkontaktaufnahme ein ultimativer Schritt zur Frage: Antwortet sie/er oder nicht? Damit muss man an dieser Stelle auch die Entscheidung aus der Hand geben.

Die Taktik der Kontaktaufnahme an diesem Punkt ist: Dem ersten Blickkontakt folgt sofortiges Blicksenken oder Abwenden des Kopfes. Der zweite Blickkontakt ist schon deutlicher. Man schaut nicht mehr weg. Sobald man sich davon überzeugt hat, dass der andere den Kontakt bemerkt hat, wandern die Augen über den Körper des anderen. Anblicken ist also ein erster Test, ob das Interesse bemerkt wird oder nicht.

Der erste Blickkontakt kann bereits (ähnlich wie körperliche Nähe) zu physiologischen Reaktionen führen, gleichzeitig bewegt er sich noch immer auf der Ebene der Zweideutigkeiten - denn der Blickkontakt könnte sich nämlich noch rein zufällig ereignet haben. Wichtig ist, dass der Partner nicht weiß, ob der Blickkontakt Zufall war oder nicht. Etwas, das zielgerichtet ist, könnte ebenso gut durch Zufall passiert sein - und das ist die Essenz beim Flirt. Die Möglichkeit des Zufalls verschleiert oder verbirgt die Absicht. Der Trick dabei ist also, Absichten so zu verpacken, als wären sie Reaktionen: Initiativen können durchgeführt und Ermutigungen angeboten werden, ohne dass die Furcht, zurückgewiesen zu werden, die Handlungen bestimmt.

Man kann jemanden aus unterschiedlichen Gründen ansehen oder ihm körperlich nahe treten - deshalb ist es möglich, eine absichtliche Handlung so auszuführen, dass der andere die Absicht nicht erkennen kann. Die Strategie des Flirts und der ersten Blickkontaktaufnahme besteht aus Taktiken, die zwar Interesse signalisieren, es aber offenlassen, ob es sich dabei tatsächlich um wahres persönliches Interesse handelt. Dabei sind natürlich verschiedene Abstufungen der Direktheit möglich. Verhalten auf diese Art zu verpacken, nutzt die Tendenz des Signalempfängers aus, dem Sender immer eine Absicht zuzuschreiben.

Wann kommt nun nach dem ersten Blickkontakt tatsächlich eine Annäherung zustande? Die höchste Annäherungsrate kommt dann zustande, wenn wiederholter Blickkontakt aufgenommen und dabei gelächelt wird. Wenn es aber nur einen einzigen Blickkontakt gibt und die Frau danach auch noch den Blick senkt, dann wird die Frau eher selten vom Mann angesprochen. Wenn die Frau überhaupt keine Signale sendet, dann wird sie in der Regel auch nicht angesprochen. Das heißt, dass zur Kontaktaufnahme zu einer fremden weiblichen Person durch Männer tatsächlich eine Aufforderung durch die Frau nötig ist.

Das erste Lächeln ist meist ein verlegenes, aufreizendes Lächeln das bei der Aufnahme des Blickkontakts erfolgt, wobei der Blickkontakt dann sofort wieder abgebrochen wird. Lächeln ist ein universelles Triggersignal, das hier etwa die Bedeutung hat: "Ich freue mich, dich zu sehen!". Allerdings wird Lächeln oft zur Manipulation eingesetzt, wenn der Empfänger diesen Eindruck hat, dann ist dieser Botschaft natürlich die Wirkung genommen.

Lächeln wirkt aber "ansteckend", wobei die Effekte geschlechtstypisch sind. Ist der Sender des Signals ein Mann und der Empfänger des Signales eine Frau, so lächelt sie in einem Drittel der Fälle zurück. Frauen scheinen auf ein Lächeln eher anzusprechen als Männer. Ein Lächeln, das oft ein Aufforderungssignal sein kann, hat jedoch in der Eröffnungsphase der Kontaktaufnahme eine ganz andere Funktion: Es soll manipulieren und zwar soll es eine Stimmung übertragen, um eine positive Beurteilung der eigenen Person zu erreichen. Der oder diejenige, der bzw. die angelächelt wird, soll in einen positiven emotionalen Zustand versetzt werden, aus dem heraus er die Persönlichkeit des Gegenübers positiv, unter Umständen sogar weniger genau einschätzt. Der Aufforderungscharakter des Lächelns ist zwar auch da, ist im ersten Moment jedoch nur sekundär.

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