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Flirt - Aufriß - Anmache - Wie geht das? Praktische Tipps zum Kennenlernen von Frauen


Wo? In Bibliotheken und Bücherläden

In Bibliotheken und Bücherläden wimmelt es nur so von Frauen, die Sie aufreißen können. Mehr noch: Als wenn Sie sie darum gebeten hätten, haben sich die verschiedenen Frauentypen selbst dort so richtig schön vorsortiert:

Liebesromane: Wenn Ihnen danach ist, den Prinzen zu spielen, der Aschenputtel von seinem tristen Alltag erlöst, sind Sie hier genau richtig.
Kriminalromane: Hier finden Sie die selbstständige Frau, die sich nach anstrengender, meist geistiger Arbeit mit einem Thriller entspannen möchte. Den Job können Sie sicherlich genauso gut, wenn nicht besser, übernehmen.
Science Fiction: Diese Frau ist durch nichts aus der Fassung zu bringen. Wohl auch nicht durch einen Flirt oder den Gedanken, dass sie Sie in Zukunft um sich haben könnte.
Dichtung: Wenn Sie ihr das, was Sie ihr sagen wollen, in einen Hölderlin-Vers einwickeln, ist der Abend schon gelaufen. Dieses Girl liebt das Besondere - warum also nicht auch Sie?
PSI-Literatur: An diese Frau sollten Sie sich nur Heranwagen, wenn Sie Heilpraktiker oder wirklich übersinnlich sind.
Psychologie: Hier dürften Sie normalerweise ein leichtes Spiel haben. Allerdings laufen Sie gleichzeitig Gefahr, dass die Frau, die sie hier treffen, neurotisch ist.
Tierbücher: Von ihren Mitmenschen enttäuscht, hat sie sich Hunden, Katzen, sonstigem Getier zugewendet. Dieser Frau sollten Sie sich nur nähern, wenn es Ihnen nichts ausmacht, dass Waldi oder Mieze ihr Bett ebenfalls teilen.
Ernährungswissenschaft: Sie lebt höchstwahrscheinlich makrobiotisch, und das ist Ihnen sicherlich zu gesund.
Kochbücher: Wenn sie gerade in "Preiswerte Menüs für die Großfamilie" oder "Deftige Hausmannskost bayerischer Art" blättert, lassen Sie die Hände weg. Wenn der Frau beim Essen schon nichts einfällt, hat sie sonst sicher auch keine umwerfenden Ideen. Liest sie aber gerade in "Jedes Gericht ein Aphrodisiakum" oder "Fanny Hills Kochbuch", ist sie gewiß auch selbst eine Delikatesse.
Musikbücher: Wenn die Frau über Musik lesen muß, will sie über Sex sicher nur reden.
Malerei: Das Thema interessiert sie entweder tatsächlich - sonst würden wir das Girl ja im Museum treffen - oder sie bereitet sich gerade geschickt auf einen Museumsbesuch vor. Welche der beiden Möglichkeiten zutrifft, das herauszufinden bleibt Ihnen überlassen.
Wissenschaft: Diese Frau liebt das Seriöse - und ist meistens unausgelastet. Die Chancen, dass Sie sich mit ihr in den Pausen unterhalten können, stehen gut.
Humor: Ihr können Sie es getrost sagen, dass Sie Affairen nicht allzu verbissen sehen.
Frauenliteratur: Achten Sie auf Ihre Erscheinung. Trägt sie Make-up und ist auch sonst ansehnlich herausgeputzt, sucht sie sicherlich gerade ein Buch, wie eine Frau es lernt ohne Mann auszukommen - weil Not am Mann ist, selbstverständlich. Hier können Sie einspringen. Sieht sie allerdings eher wie ein farbloses Neutrum aus, rennen Sie, so schnell Sie können. Sonst laufen Sie Gefahr, kastriert zu werden.
Philosophie: Sie sucht wahrscheinlich gerade nach dem Sinn des Lebens. Warum erzählen Sie ihr nicht, dass der Sinn des Lebens ganz einfach darin besteht, so viel Spaß als möglich zu haben?
Frauen, die Schiller, Göthe, Shakespeare und ähnliche lesen, haben offensichtlich nichts Amüsanteres mit ihrer Zeit anzufangen. Hier dürften Sie als unterhaltsame Abwechslung wie gerufen kommen!
Frauen, die Xaviera Hollander, Alex Comfort, Molly Parkin, Erika de Jong, Linda Lovelace lesen, können höchstwahrscheinlich jemanden gebrauchen, der die Seiten für sie umblättert.
Frauen, die Bukowski oder ähnliches in der Hand halten, vertragen es, wenn Sie ohne großes Bla-bla sagen, was Sie wollen. Hier müssen Sie allerdings darauf gefasst sein, auf eine direkte Frage eine ebenso direkte Antwort zu bekommen.

Sobald Sie die Frau, die Sie erobern bzw. flirten wollen, geortet haben, schenken Sie ihr, je nachdem, bei welcher Art von Büchern sie steht, ein kesses, schüchternes, freundliches, aufmunterndes oder verliebtes Lächeln Aus ihrer Reaktion erkennen Sie dann schon, ob es einen Sinn hat, einen Ihrer Sprüche anzubringen.

Bibliotheken

Zur Charakteristik dieser Räumlichkeiten gehört es, dass hier zumeist Grabesstille herrscht. Folglich müssen Sie den Satz, den Sie beim Flirt anbringen wollen, im Flüsterton vorbringen. Denn es ist wohl kaum in Ihrem Interesse, dass sich plötzlich alle Köpfe nach Ihnen herumdrehen.

Was Ihren Flirt-Spruch angeht, so ist es immer günstig, wenn er sich auf die Thematik oder den Schriftsteller, mit der oder dem sie gerade beschäftigt ist, bezieht. Bei Goethe können Sie zum Beispiel sagen: "Ich dachte, der große Rummel um ihn sei für die nächsten fünfzig Jahre vorbei" oder: "Erlaubt ist was gefällt, wie wär's wenn wir einen Kaffee miteinander trinken würden?"

Wenn sie Schiller liest, können Sie der Frau mit treuem Augenaufschlag sagen: "Ich bin besser als mein Ruf." - und wenn sie gerade in französischer Literatur aufgeht, können Sie ihr mit "Honni soit qui mal y pense" (Schande dem, der dabei Böses denkt) klarmachen, dass Sie nichts Übles im Sinn haben.

Sollte Ihnen zu dem Buch, in dem sie gerade blättert, nichts einfallen, ist ein neutraler Spruch besser, als ihr ein Lessing-Zitat um die Ohren zu hauen, wenn sie gerade Kleist liest.

"Es ist wie verhext, immer sind die Bücher, die ich gerade ausleihen möchte, nicht im Haus. Passiert Ihnen das auch?"

"Die humoristischen Bücher, die hier stehen, tun mir richtig leid. In der Totenstille, die hier herrscht, traut sich niemand über die Gags, die da drinnen stehen, zu lachen."

"Haben Sie Lust auf eine Kaffee- oder Zigarettenpause?"

"Lachen gesehen habe ich sie gerade (vorausgesetzt natürlich, sie hat Sie angelächelt!), jetzt würd' ich Sie nur noch gerne lachen hören. Aber hier drinnen geht das so schlecht, sollen wir nach draußen gehen?"

Buchhandlung

Hier können Sie in normalem Tonfall reden. Das macht den ganzen Flirt schon wesentlich angenehmer. Günstig ist auch, dass Frauen, die in den verschiedenen Bücherecken stöbern, oft kein bestimmtes Buch, sondern ein Buch bestimmter Art kaufen wollen. (Sonst hätte sie die Verkäuferin gebeten, dieses bestimmte Buch für sie zu suchen, hätte gezahlt und wäre wieder verschwunden.) Sollte die Frau, die Sie vom Lesen abhalten wollen, in Büchern wühlen, von denen Sie etwas verstehen, können Sie Ihren Auftritt gar nicht mehr verpatzen. Sie können dem Girl nämlich sagen, was sich zu lesen lohnt - und was nicht. Begründen können Sie das, wenn sie Sie danach fragt, selbstverständlich auch.

Sie können den Spieß natürlich auch umdrehen und die Frau um ihren Rat fragen. Das setzt allerdings meistens voraus, dass Sie sie schon eine ganze Weile dabei beobachtet haben, wie sie ein Buch nach dem anderen aus dem Regal gezogen, angelesen, wieder weggestellt hat. Wenn Sie es geschickt timen, können Sie auch - mit irgendeinem witzigen Buch in der Hand - plötzlich laut loslachen. Wenn die Frau Sie verdutzt anschaut, sagen Sie einfach: "Das ist so komisch, das müssen Sie lesen!"

Ansonsten können Sie hier auch den Kaufhaus-Trick anwenden, bei dem Sie sie bitten, Ihnen bei der Auswahl eines Buches behilflich zu sein. Das geht allerdings am ehesten bei Kunstbüchern. Wenn es zwei, drei Bücher über Michelangelo oder da Vinci gibt, können Sie die Frau fragen, welches sie als Geschenk für ihren Vater, Bruder oder sonst wen am schönsten fände. Vorausgesetzt, Sie sind ihr sympathisch und sie muss nicht unbedingt die nächste Straßenbahn kriegen, wird sie Ihnen sicherlich bei der Auswahl behilflich sein.

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