Ihre oder seine Wohnung?
Hotelbett
- Falls Sie beide im selben Hotel wohnen, können Sie darum würfeln, welches der Zimmer Sie wählen.
- Falls Sie beide verheiratet sind oder mit anderen Partnern zusammenleben, werden Sie wohl auch im Hotel landen.
- Sie wollen den ersten Abend, die erste Nacht mit ihr besonders romantisch gestalten und schleppen sie in ein Luxushotel. Da mieten Sie dann selbstverständlich eine Suite. Die mit allem drum und dran: der riesigen runden Badewanne, Wasserbett, Video-Beamer etc.
- Wenn Sie sich diesen Luxus nicht leisten können und die Notwendigkeit, sich mit der Ihren in einem Hotel zu treffen, nicht besteht, muss die Wahl des Ortes gut überlegt sein. Und so sieht das Pro und Kontra "meine Wohnung - deine Wohnung" aus männlicher und weiblicher Sicht aus:
Die weibliche Argumentation
Für die Wohnung der Frau
- Sie fühlt sich in den eigenen vier Wänden sicherer, sprich wohler, als in einer fremden Umgebung
- Ihr Bett misst zweimal zwei Meter
- Sie muss sowieso nach Hause, um ihren Hund zu füttern und Gassi zu gehen
- Sie erwartet nachts einen wichtigen Anruf (aus Amerika - geschäftlich)
- Sie muss sowieso nach Hause, weil die Pille auf ihrem Nachttisch liegt
- Sie muss am nächsten Morgen früh aufstehen, um das erste Flugzeug nach Montreal zu erreichen
- Sie ist sich noch nicht sicher, ob sie Sie die gesamte Nacht um sich haben möchte. Falls sie das nicht will, weiß sie nicht, was sie sagen soll, um Sie, ohne Ihre Gefühle zu verletzen, hinauszukomplimentieren
- Sie ist sich noch nicht sicher, ob Sie die gesamte Nacht mit ihr verbringen wollen. Falls Sie das nicht im Sinn haben, möchte sie sich nicht plötzlich von Ihnen verlassen fühlen
- Ihre Wohnung ist nicht aufgeräumt
- Wenn ihr danach ist, kann sie jederzeit wieder aufstehen und gehen (Sie hatte Ihnen doch gesagt, dass sie noch ihren Hund Gassi führen muß!)
- Sie möchte sehen, in welcher Umgebung Sie leben
- Sie haben die bessere Stereoanlage und Musikauswahl
- Falls sie bei Ihnen übernachtet, wird die Zeit morgens (unter der Woche) knapp, weil sie erst nach Hause fahren, sich umziehen und schminken muß
- Falls Sie nicht interessiert daran sind, dass sie bei Ihnen übernachtet, möchte sie nicht zu unchristlicher Stunde hundemüde nach Hause fahren müssen
- Sie wohnen außerhalb, sie hat kein Auto (dabei), und sie möchte nicht am Ende der Welt festsitzen, wenn es ihr mitten in der Nacht in den Sinn kommt, dass sie im eigenen Bett besser schlafen kann als in Ihrem
Für Seine Wohnung spricht:
- er fühlt sich in den eigenen vier Wänden sicherer, sprich wohler, als in fremder Umgebung
- sein Bett misst zweimal zwei Meter
- er muß sowieso nach Hause um mit seinem Hund nochmals rauszugehen
- er erwartet einen wichtigen Anruf aus China
- er hat sein Rasierzeug zu Hause
- er kann nicht mit den Jeans, die er gerade trägt, am nächsten Morgen im Büro erscheinen
- Er mag es grundsätzlich nicht gerne, eine Frau, die er kaum kennt, in seine Wohnung zu lassen
- seine Freundin könnte mitten in der Nacht auftauchen (weil sie nicht ahnt, dass sie nicht die einzige ist!)
- die Wohnung braucht dringend eine Putzbrigade
- er möchte sehen wie sie lebt
- Er kann jederzeit wieder aufstehen und gehen (weil er so sensibel ist und nicht in fremden Betten schlafen kann)
- Wenn er die gesamte Nacht über bei ihr bleiben möchte, weiß er, dass sie nicht weggehen kann. Bleibt ihm nur zu hoffen, dass sie Ihn nicht irgendwann nach Hause schickt
- Sie hat den größeren Flachbildschirmfernseher
- Die Pille liegt daheim auf ihrem Nachttisch
- Sie besitzt einen Rasierapparat und alles dazugehörende für den Mann (ja, ja - auch Frauen können sich vorbereiten)
- Seine Kontaktlinsen-Flüssigkeit liegt in Seiner Wohnung
- er reagiert allergisch auf ihre Katze
- sie möchte nicht, dass er ihre Adresse kennt
Das Nachspiel
Was das Nachspiel betrifft, so lässt die Fantasie der meisten Männer leider etwas zu wünschen übrig. Dabei ist die Qualität des Nachspiels für eine gute sexuelle Beziehung oft von größerer Bedeutung als die Qualität des Vor- oder Hauptspiels einschließlich des Orgasmus. Ihr Verhalten in den ersten 30 Minuten "danach" kann einen größeren Einfluss auf Ihre Partnerin haben als alles das, was Sie in den Stunden vorher geliefert haben. Mit anderen Worten:
Wenn's so doll auch nicht war, können Sie mit einem gekonnten Nachspiel Ihre Mannesehre retten. Andererseits - wenn Sie umwerfend waren und dann einfach aus dem Bett springen, sich anziehen und davonmarschieren - oder schlimmer noch, in Null Komma nix einschlafen! -, verlieren Sie eine ganze Menge der Punkte, die Sie noch kurz zuvor eingeheimst haben.
Es ist dabei gleichgültig, ob es sich um einen one-night stand oder die erste (zweite, neunundsechzigste, eintausenddreihundertundsiebente) Nacht mit einer Frau handelt. Wie intim Sie das Nachspiel allerdings gestalten, das hängt zweifelsohne davon ab, inwieweit Sie und die Frau, mit der Sie zusammen sind, sich auf der gleichen Wellenlänge befinden - oder nicht. Ganz generell gibt es folgende Möglichkeiten:
Sie rauchen eine Zigarette miteinander (vorausgesetzt, mindestens einer von Ihnen ist Raucher). Das wiederum können Sie entweder mit oder ohne Kuscheln tun.
Sie trinken noch etwas gemeinsam - und unterhalten sich dabei (die Themen reichen von der Lobpreisung des anderen bis zu was Sie morgen alles tun müssen). Stumm bleiben können Sie nur, wenn es Ihnen tatsächlich die Sprache verschlagen hat.
Sie können auch gemeinsam Musik hören oder Sie gehen in die Küche und plündern gemeinsam den Kühlschrank: Bei einem one-night stand sollten Sie das tun, nachdem Sie sich beide wieder angezogen haben. Ansonsten macht es Spaß, nackt durch die Wohnung zu gehen.
Sie können auch gemeinsam ein Schaumbad nehmen, am besten mit erfrischendem Badezusatz. Sie können auch gemeinsam fernsehen oder eine DVD anschauen.
Sie können sich auch beide anziehen und gemeinsam noch ausgehen. Dabei haben Sie die Möglichkeit, danach entweder jeder allein nach Hause zu gehen, oder Sie bleiben zusammen und fangen wieder von vorne an.
Gesetzt den Fall, dass Sie beide sich dazu entschließen, die gesamte Nacht miteinander zu verbringen, ist es natürlich auch wichtig, dass Sie wissen, wie man sich am Morgen danach verhält.
Der Morgen danach
Hier setze ich jetzt einfach voraus, dass Sie die Frau, mit der Sie aufwachen, auch am nächsten Morgen noch ertragen können. (Sonst sollten Sie sich, wie im Kapitel der one-night stand beschrieben, lieber noch in der Nacht trennen!)
Wie leicht es Ihnen beiden fällt, am nächsten Morgen unbeschwert miteinander aufzuwachen und zu reden, hängt selbstverständlich mal wieder davon ab, welche Beziehung Sie bislang zueinander aufgebaut haben.
Es gibt Situationen, da ist man sich, ohne sich zu kennen, dermaßen vertraut, dass es schön ist, den anderen neben sich zu spüren, sich an ihn zu kuscheln und dann langsam, ganz langsam miteinander aufzuwachen. Wie Sie sich in solchen Fällen verhalten, ergibt sich von alleine. Dazu brauche ich Ihnen nichts zu erzählen.
Dann gibt es den Morgen, wo Sie zwar keinen Schrecken kriegen, wenn Sie plötzlich, noch halb verschlafen, merken, dass da jemand neben Ihnen liegt. Aber wo es verflixt still ist und kühl - weil "sie" die Bettdecke hat. Wenn Sie sich in dieser Situation in Ihrer Eigenen Wohnung befinden, ist die Sache halb so schlimm. Sie wissen, wo das Bett quietscht und können leise aufstehen und die Kaffeemaschine anwerfen. Wenn Sie sich in einer fremden Wohnung wieder finden, sind Sie hier eindeutig im Nachteil. Sie können nicht einfach in die Küche wandern und sich mit dem Frühstück beschäftigen. Sie können sich zwar denken, wo Sie Eier, Butter und alles weitere finden - aber als wohlerzogener Mann käme es Ihnen hoffentlich nicht in den Sinn, in fremder Leute Küchen herumzukramen.
Was nun? Wenn "sie" zuerst aufwacht, hat sich ihr Problem erledigt. Denn entweder weckt sie Sie ganz lieb auf - oder ist gerade im Bad und zieht sich ein neues Gesicht an (um Ihnen frisch-fröhlich guten Morgen sagen zu können), oder sie deckt gerade den Frühstückstisch.
Wenn Sie bei ihr zuerst aufwachen, dürfen Sie eines nicht: sich still und leise anziehen und einfach verschwinden. Falls Sie es wirklich eilig haben, können Sie ihr immer noch einen Kuss auf die Schulter hauchen - oder, wenn Sie sie nicht wecken möchten, einen Zettel hinterlassen.
Wenn Sie, ebenfalls in ihrer Wohnung, zuerst aufwachen und Sie beide Zeit und Lust haben, den Vormittag, Sonntag, das Wochenende miteinander zu verbringen, können Sie sie sanft aufwecken. Oder erstmal etwas lesen (eine Zeitschrift oder ein Buch finden Sie sicherlich in greifbarer Nähe) oder so tun, als ob Sie weiterschliefen - und "sie" zuerst aufwachen lassen. So kommen Sie nämlich darum herum, den ersten Satz zu sagen.