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Sexualität in Thailand

Sexuelle Beziehungen im historischen und gesellschaftlichen Kontext

Beziehungen zwischen den Geschlechtern stellen einen Aspekt des Sozialsystems dar, in dem ein unverkennbares Südostasiatisches Muster offensichtlich war. Selbst die in den letzten vier Jahrhunderten stetige Erstarkung der Einflüsse des Islam, Buddhismus, Christentums und des Konfuzianismus hat keineswegs das gemeinsame Schema relativ hoher weiblicher Unabhängigkeit und wirtschaftlicher Bedeutung der Frauen in ganz Südost Asien beseitigt. Diese Region war im 16. und 17. Jahrhundert in dieser Frage vermutlich die Heimat einer extremen Praxis zwischenmenschlichen Verhaltens. Es wäre falsch zu sagen, dass Frauen den Männern gleichgestellt waren. In der Praxis gab es nur sehr wenige Lebensbereiche, in denen sie direkt konkurrierten. Die Frauen hatten andere Aufgaben als die Männer, aber ihre Aufgabenbereiche beinhalteten das Auspflanzen und Ernten des Reises, Weben und die Vermarktung. Ihre Rolle bei der Fortpflanzung verlieh ihnen magische und rituelle Macht, der die Männer nur schwer etwas entgegensetzen konnten. Mit diesen Faktoren kann man erklären, weshalb der Wert von Töchtern (im Gegensatz zu China, Indien oder dem Mittleren Osten) in Südostasien nie in Frage gestellt wurde - im Gegenteil: "Je mehr Töchter ein Mann hat, desto reicher ist er" (Galvao 1544: 89; cf. Legazpi 1569: 61).

In ganz Südostasien wechselte durch Heirat der Besitz von der männlichen Seite zur weiblichen Seite, ganz im Gegensatz zum europäischen Mitgift. Das Vietnam der Moderne war die Ausnahme zu diesem allgemeinen Muster - und zwar wegen dem seit dem 15. Jahrhundert fortschreitend aufgezwungenen, streng pariarchalischen Konfuzianischen System. Dennoch wurde in Südvietnam bis ins 17. Jahrhundert bei der Heirat von den Männern Brautpreise übergeben und wohnten danach meist bei der Familie der Braut, was dem älteren südostasiatischen Brauch entspricht (Yu 1978: 92-96).

Sexual Relations

Relations between the sexes represented one aspect of the social system in which a distinctive Southeast Asian pattern was especially evident. Even the gradual strengthening of the influence of Islam, Christianity, Buddhism, and Confucianism in their respective spheres over the last four centuries has by no means eliminated a common pattern of relatively high female autonomy and economic importance. In the sixteenth and seventeenth centuries the region probably represented one extreme of human experience on these issues. It would be wrong to say that women were equal to men - indeed, there were very few areas in which they competed directly. Women had different functions from men, but these included transplanting and harvesting rice, weaving, and marketing. Their reproductive role gave them magical and ritual powers which it was difficult for men to match. These factors may explain why the value of daughters was never questioned in Southeast Asia as it was in China, India, and the Middle East; on the contrary, "the more daughters a man has, the richer he is" (Galvao 1544: 89; cf. Legazpi 1569: 61).

Throughout Southeast Asia wealth passed from the male to the female side in marriage - the reverse of European dowry. Vietnam in modern times has been the exception to this pattern as to many others, because of the progressive imposition of the sternly patriarchal Confucian system beginning in the fifteenth century. Yet in southern Vietnam as late as the seventeenth century men continued what must have been an older Southeast Asian pattern, giving bride-wealth at marriage and even residing with the families of their brides (Yu 1978: 92-96).